Nadine on tour

Mittwoch, 10.11.2010 4 Wochen vor Schluss

Es ist nun schon eine lange Zeit vergangen, dass ich das letzte Mal geschrieben habe. Und auf Nachfrage, ob ich denn nichts mehr erlebe, muss ich nun doch noch mal berichten, wie es mir hier geht.

Es stimmt aber schon, wirklich viel erleben wir hier nicht mehr. Zumindest nichts, was so erzählenswert ist wie unsere Ausflüge am Anfang.

Wir haben in Montanita, jemanden kennengelernt, Carlos Julio, der gleich hier bei uns um die Ecke wohnt. Muss ich Montanita noch mal erläutern? Ein Partyort knapp 2 Stunden mit dem Bus von hier entfernt, wohin wir fast jedes Wochenende fahren, wenn wir nicht woanders unterwegs sind.

Nun gut, Carlos Julio, kennt natürlich einige Leute hier in Salinas und hat uns somit ein wenig in die Dorfjugend eingeführt. Man könnte sagen, wir haben hier bereits einen kleinen Freundeskreis. Es sind immer so zwischen 6 und 20 Leute, die sich jeden Abend am Strand treffen um Volleyball zu spielen. Mit denen haben wir nun öfter was gemacht, sind also hauptsächlich hier in Salinas geblieben oder mit denen zusammen nach Montanita gefahren.

 

Am Wochenende ab dem 22. 10. sind Isabel und Andrea nach Cuenca gefahren. Ich hätte Cuenca zwar auch gerne gesehen, aber ich war in dem Moment einfach mal froh, die beiden nicht um mich herum zu haben. Ich mag die beiden wirklich gerne und wir verstehen uns besser, als ich vorher dachte, aber mit der Zeit merkt man doch, wie unterschiedlich wir sind und gehen uns zwischendurch doch auf die Nerven. Also bin ich einfach in Salinas geblieben und bin mit unseren „neuen Freunden“ nach Montanita gefahren.

 

Darauf die Woche war hier in Ecuador „feriada“. Vom 30. 10. bis 3.11. waren Ferien oder langes Wochenende. Das bedeutet hier, dass alle aus der Stadt ab an die Küste kommen oder in die Sierra fahren. Ich habe genau das Gegenteil gemacht und bin nach Guayaquil gefahren. Schon als ich Samstag früh in Salinas losgefahren bin war hier die Hölle los. Tilo war in Montanita und ist mitten in der Nacht zurück nach Salinas gekommen, weil es ihm zu viel wurde. Er meinte, man konnte noch nicht mal mehr durch die Strassen gehen, weil es zu voll war. Ich war dann am Samstag im Stadion von Barcelona Guayaquil. Allerdings war das Spiel super langweilig. Ich bin noch bis Mittwoch bei einer Freundin geblieben, die mir dann auch noch mal meine Haare nachgeschnitten hat (sie ist Frisörin), nachdem sie meinen selbstgeschnittenen Pony gesehen hat.

Letztes Wochenende war Isabel in Galapagos und ich bin allein mit Andrea nach Montanita gefahren. Aus irgendeinem Grund fuhren die Busse nicht mehr da ab, wo sie normalerweise abfahren und wir mussten mehrfach umsteigen und zum Schluss ein Taxi nehmen und haben insgesamt sicherlich 3 Stunden oder mehr gebraucht bis wir da waren, das ganze allein als Blondies und zwischendurch wurden wir auch einfach an einer dunklen Strassenecke rausgelassen „hier fährt der Bus nicht weiter, ihr müsst auf den nächsten warten…“ na danke. Aber so läuft das hier leider. Informationen bekommt man kaum und wenn man welche bekommt ist auch nicht sicher, ob die auch stimmen.

Nun mal zur Uni: sie läuft eigentlich ganz gut. Allerdings müssen wir nun doch wesentlich mehr leisten als vorher angekündigt. Heute haben wir unsere erste Prüfung. Jeder muss eine Gästeführung von 15 Minuten an einem Ort hier an der Küste machen. Ich muss Ballenita vorstellen. Ich habe mir auch schon ein paar Informationen zusammengesammelt und aufgeschrieben, aber den Text werde ich nachher einfach nur vorlesen. Frei sprechen, 15 Minuten, auf Spanisch??? Das kann ich leider noch nicht.

Zusätzlich müssen wir in beiden Fächern noch eine Zusammenfassung der Kurse über jeweils 15 Seiten schreiben. Ich weiss nicht, wie ich 15 Seiten zusammenkriegen soll, wenn wir nur knapp 3 Monate hier waren. In Guianza müssen wir diese Zusammenfassung dann auch noch als PowerpointPräsentation vorstellen.

Ganz schön viel Arbeit für die letzten paar Wochen. Aber es ist nun ja bald geschafft. Kommendes Wochenende fahren wir nach Canoa, wo wir am Anfang schon waren, um dort meinen Geburtstag zu feiern. Danach das Wochenende haben wir die Möglichkeit mit unserem Kurs einen Ausflug nach Puyo in den Jungle zu machen und danach ist schon das letzte Wochenende in Salinas.

Momentan weiss ich nicht genau, ob ich traurig sein soll oder ob ich mich freue. Ich glaube von beiden etwas. Dadurch, dass wir hier einige Leute kennengelernt haben und davon auch wirklich interessante Menschen, fühle ich mich schon ein wenig zu Hause. Auf der anderen Seite kann es hier auch sehr langweilig sein, einige hygienische und organisatorischen Probleme sind nicht immer leicht zu übersehen und ausserdem freue ich mich auch meine Familie und Freunde wiederzusehen.

In dem Sinne: Ich vermisse euch! Bis ganz bald!!

hier noch ein paar Fotos:

Spielen in der Uni-Nadine bekommt einen Antrag Spielen in der Uni Estadio Barcelona in Guayaquil wir haben tatsächlich ein Skelett gefunden!!

Kommentar schreiben

Montag, 18.10.2010 Galapagos

Ist zwar nun schon eine Woche her, aber mit ein wenig Abstand lässt sich vielleicht besser über Galapagos schreiben.

Am Freitag konnte ich nun wirklich in den Flieger steigen und bin auch tatsächlich bis Santa Cruz durchgeflogen. Leider war das Boot von Isla Isabella schon weitergefahren, so dass ich es nicht mehr erreichen konnte und ich sass erstmal in Santa Cruz fest. Zum Glück konnte ich bei einer Freundin von Freunden (wie das hier immer so ist) übernachten. Sie war wirklich nett, wir sind abends noch essen gegangen und dann beide bald ins Bett gefallen, weil sie auch den ganzen Tag arbeiten musste. Am nächsten Tag wollte ich die Insel mal allein erkunden. Also bin ich zu Tortuga Bay gelaufen. Man geht ca. 40 Minuten und muss sich am Anfang des Weges in eine Liste eintragen (und wieder austragen wenn man zurückkommt). Der Anblick vom Strand ist wirklich traumhaft. Weisser feiner Sand und türkises Wasser und zwischendurch liegen mal ein paar Iguanas rum. Auch sonst ist die Insel ganz nett. Es ist eine der wenigen bewohnten Inseln, hat aber schon eine Dorfatmosphäre. Es gibt ein paar Hotels und Restaurants und eine Bar. In die sind wir dann abends auch mal gegangen. Auf Galapagos sieht man fast nur gemischte Pärchen, also Galapagenos mit Gringas. Die Männer bleiben meist auf der Insel um zu arbeiten, die Frauen werden von Ausländern von der Insel geholt, also gibts keine Frauen mehr dort und die Männer suchen sich Ausländerinnen, die mit ihnen auf der Insel bleiben.

Anders als auf dem Festland spricht hier fast jeder mind. Englisch und teilweise sogar Deutsch. Da viele Galapagosreisende kein Spanisch sprechen kein Wunder.

Mein Boot kam zwar schon Samstagabend in Santa Cruz an, aber ich habe noch eine Nacht bei Vero verbracht und habe mich dann am nächsten Morgen der Reisegruppe angeschlossen. Es waren ca. 5 Schotten, die in ganz Ecuador auf Vogelkundschaft gehen. Dazu kamen noch 3 jüngere Leute aus Korea, die aber auch eher seltsam waren. Aber ich will mich nicht beschweren, es hätte mich normalerweise ca. 1000 Euro gekostet und ich hab nichts gezahlt. Hier ist auch das Boot zu sehen: http://www.ecuador-travel.de/erlebnisreisen/galapagos-new-daphne.php

Sonntag früh sind wir erstmal zur Darwinstation gegangen und konnten dort die Schildkrötenaufzucht sehen und auch Lonesome George, der gar nicht mehr Lonesome ist. Ihm wurden zwei Weibchen dazu gesetzt und die Station bekommt irgendwoher Geld, damit er sich weiter fortpflanzen kann. Man geht aber davon aus, dass ab und zu mal falsche Eier ins Nest gelegt werden, damit es so aussieht, als könnte er sich noch fortpflanzen, um Geld zu bekommen.

Nachmittags sind wir zu einer Farm gefahren, wo die Riesenschildkröten frei leben. Ganz schön gross die Viecher. Abends bin ich dann aufs Boot gegangen und wir sind über nacht zur nächsten Insel gefahren. Da wurde mir nochmal deutlicher, dass ich keine Schiffe mag! Zum Glück hatte ich noch eine Tablette gegen Seekrankheit, aber so wirklich half die auch nicht. Am nächsten Morgen gabs aber ein schönes Frühstücksbuffet und eine Besichtigung der Insel Genovesa (wenn ich mich nicht täusche). Da wir ja fast nur Vogelbeobachter an board hatten, ging es hauptsächlich um Vögel. Nach einem Mittagessen konnten wir schnorcheln gehen, aber das Wasser war soooo kalt, dass ich lieber selbst mit dem Schlauchboot rumgefahren bin und die andern im Wasser eingesammelt habe.

Der Dienstag verlief wieder ähnlich, die Nacht waren wir durchgefahren zur nächsten Insel und nach dem Frühstück wurde die Insel besichtigt. Die sind momentan recht trocken und da wir ständig nur Vögel beobachtet haben, fand ich es nach einiger Zeit eher langweilig.

Mittwoch haben wir die Gäste noch zum Flughafen gebracht und ich bin mit nach San Cristobal gefahren. Dort war es so kalt, dass ich die nächsten zwei Tage erstmal krank im Bett lag. Da mein Gastgeber auch lieber bei seinen Kumpels blieb und den lieben langen Tag trank habe ich auch nicht viel von der Insel gesehen. Die Strände, die in der nähe waren, waren eher enttäuschend. Überall lagen Seehunde rum und die scheissen und pissen einfach mal überallhin, so dass es dort stinkt!! Samstag haben wir es dann doch mal geschafft in die "Highlands" zu fahren. Dort war ein Rodeo, mit Musik und Essen usw. war mal ganz nett, was neues zu sehen, aber wir standen leider genau in einer Wolke, so dass es ziemlich kalt und nass war.

Am nächsten Tag hatte ich genug von Galapagos und hab meinen Flug umgebucht. Sonntag abend war ich dann wieder in Salinas und froh, als am nächsten Morgen die Sonne schien und ich mich schön an den Strand legen konnte, ohne Seehundscheisse!!

Ja, das war meine Galapagoserfahrung. Aber ich will nicht alles schlecht machen. Es hat echt schöne Ecken. Ich hatte mir einfach etwas anderes erwartet. Und wenn man mit einer anderen Erwartung dorthin fährt und auch andere Inseln sehen kann, Isabella soll die schönste sein, dann ist Galapagos sicher wunderschön.

 

Darwins KloBabyseehundDie Reisegruppe Steuerfrau NadineSeehundeIguanas mit Krabbenlonesome GeorgeTortuga Bayfreilebende RiesenschildkröteIguana am Tortuga Bay

Kommentar schreiben

Mittwoch, 13.10.2010 Fotos von Banos und Latacunga

Fiesta de la Mama Negra in LatacungaFiesta de la Mama Negra - Parade, bei denen die Männer mit 50kg Gestellen rumlaufenBlick auf den Cotopaxi vom Hoteldach in Latacunga - so schöön

lokale TiertransportmittelQuilotoa VulkankraterWasserfall auf der Fahrradtour in BanosBanos und die Anden

Kommentar schreiben

Freitag, 01.10.2010 Unruhen in Ecuador

Hallo ihr Lieben,

aus aktuellem Anlass wollte ich mich doch mal kurz melden und berichten, dass es mir gut geht. Für die die es noch nicht gehört haben: Es waren üble Unruhen in Ecuador. Zunächst hat nur die Polizeit gestreikt, sie ist aber später auf den Präsidenten losgegangen, weil er ein neues Gesetz verabschiedet hat, wodurch die Sicherheitskräfte angeblich weniger Rechte haben sollen. Ich denke, was genau passiert ist könnt ihr auch im Internet lesen. 

Ich wollte auf jeden Fall gestern nach Galapagos fliegen. Ich war sogar schon in der Luft, allerdings sind wir nach ein paar Minuten schon wieder umgekehrt. Angeblich ist ein Vogel ins Getriebe geflogen und aus sicherheitsgründen sollten wir wieder Landen. Die nächste Information war, dass der Flughafen in Galapagos gesperrt ist, kurze Zeit später waren alle Flughäfen in Ecuador gesperrt und der Flughafen in Quito wurde sogar gestürmt. Hier war zum Glück alles relativ ruhig. Nach ewiger Warterei, ob der Flug heute noch startet oder nicht, wurde der Flug dann gegen 16 Uhr doch gecanceled. Ich wollte also wieder zu Tina und Teclas fahren um noch eine Nacht bei Ihnen zu übernachten, allerdings wollte mich kein Taxi dorthinbringen, weil es zu gefährlich war. Ein Freund von denen saß auch am Flughafen fest, er hat mich dann gesucht und mich mit zu ihm genommen. Er wohnt zum Glück nicht ganz so weit vom Flughafen entfernt. Als wir abends etwas essen fahren wollten hatte nichts geöffnet. Alle Geschäfte und Restaurants waren geschlossen und wurden von Securities überwacht. In Quito wurden in der Zeit schon Geschäfte und Banken ausgeraubt und Polizisten erschossen. In den Nachrichten sah man nur Schiessereien und es glich schon fast einem Krieg.  In Guayaquil war alles noch relativ ruhig. Gestern wurde mir gesagt, ich soll um 7 Uhr zurück zum Flughafen kommen. Das habe ich getan. Und was sagt die liebe Frau vom Schalter? "Ihr Flug war um 6:30 Uhr, Sie sind leider zu spät..." AAAAHHH was soll denn der Scheiss?? Zum Glück gibts noch einen Flug um 11:45 auf den ich jetzt gebucht bin. Ich hoffe, dass die Unruhen nicht wieder anfangen oder schlimmer werden und der Flug wieder gecanceled wird. 

Eigentlich sollte ich gestern auf das Boot auf der Insel Isabela, aber das Boot ist nun leider schon nach Floreana weitergefahren, wohin es kein kleines Boot von Santa Cruz gibt. Also bleib ich ne Nacht in Santa Cruz, wohin das Boot am Samstag kommen soll. Dann hab ich zwar nur 3 Tage auf dem Boot, statt 7, aber immerhin etwas. 

Drückt mir die Daumen, dass nun alles klappt und dass evtl. die Unruhen nächste Woche wieder anfangen, dann müsste ich leider in Galapagos bleiben und könnte nicht zur Uni gehen....wie schade... ;)

Nein, ernsthaft: ich bin froh, dass es mir gut geht und sich alles wieder beruhigt hat. 

Besitos

Kommentar schreiben

Mittwoch, 29.09.2010 Latacunga-Banos

Anders als geplant habe ich die geplante Tour unterbrochen und bin gerade wieder in Salinas. Ich habe die Möglichkeit umsonst auf ein Boot in Galapagos zu kommen, was normalerweise ca. 2000 USD kosten würde. Ich muss lediglich den Flug zahlen. Ein Bekannter aus Guayaquil hat für mich einen Flug für morgen reservieren lassen, allerdings kostet der 270 USD. Im Internet habe ich einen für 180 USD gefunden und werd daher gleich nochmal nachfragen. So gehts also gleich für mich nach Galapagos!!! Wo ich ja eigentlich erst nicht hinwollte, weils zu teuer ist...aber die Chance kann ich mir nicht entgehen lassen.

Aber nun zur letzten Woche: Nach einer endlosen Fahrt (etwa 12 Std.) mit mehrfachem Umsteigen sind wir gegen 21 Uhr in Latacunga angekommen. Carol hat schon auf uns gewartet und unser Hostelzimmer war echt nett. Ein 7er Dorm für uns 5 (Isa, Andrea, Carol, Tilo und ich) mit einer riesen Fensterfront, von der wir das kleine nette Örtchen mit den Bergen drumherum betrachten konnten. Leider war es schon dunkel und wir konnten nicht viel von der Stadt sehen, aber es gab ein Lichterfest. Zunächst war auf einem Hügel ein grosses Feuerwerk und später nochmal auf dem Marktplatz mit einer Bühne und selbstverständlich Salsamusik und viiiiieeel vieeel Alkohol. Es schien so als hätte sich die ganze Dorfjugend zugeschüttet. Einige konnten noch tanzen, aber viele lagen auch schon in der Ecke und haben ihren Rausch ausgeschlafen. Zu trinken gab es ein seltsames Gemisch. Sah aus wie Selbstgebrannter, der mit Saft und Zimt o.ä. gemischt wurde und dann warm gemacht wurde -es war ganz schön kalt in Latacunga. 

Am nächsten Tag war dann die Parade. Dort hatten einige Männer ein Gestell umgeschnallt auf dem ein dickes totes Schwein festgemacht war und drumherum Hühner, Karnickel und Meerschweinchen und ganz viele Flaschen Alkohol. Die Gestelle sollen teilweise 50kg wiegen und damit laufen die dann bis spät nachts rum. Ich denke das ist so ein Machogehabe, Mann muss das einmal im Leben gemacht haben und der mit dem schwersten Schwein ist dann der Held und kann sich die Frauen aussuchen ;)

Am Samstag sind wir früh aufgestanden und es war traumhaftes Wetter. Ich hab mir schön einen Kaffee ins Zimmer bestellt und bin damit auf die Dachterasse von der aus man sowohl den Cotopaxi als auch den Chimborazo sehen konnten - traumhaft schön!!

Wir haben unsere Sachen im Hostal gelassen und sind mit dem Bus zum Quilotoa gefahren, eine Vulkanlagune. In jedem Reiseführer steht, dass es ein Muss ist, dort hin zu fahren. Ich fand es nicht soo aufregend. Man fährt den Berg hoch und sieht dann direkt die Lagune. Wir sind dann zur Lagune runtergelaufen, die Sicht war aber auch nicht besser, die war von oben schöner. Später sind wir dann wieder hochgelaufen. Das war gar nicht so ohne, weil wir auf knapp 4000m waren und man da seine Pumpe schon merkt. Es war also gut, mal etwas Sport gemacht zu haben, aber das nächste Mal würde ich wahrscheinlich einfach oben warten.

Zurück in Latacunga haben wir nur schnell unsere Sachen geschnappt und sind direkt weiter nach Banos. Dort haben wir ein richtig schönes Hostel gefunden: Santa Cruz. Für 5,50 USD, Warmwasser, saubere Küche und ner Feuerstelle, ein echtes Schnäppchen.

Wir sind dann noch raus geganen, um das Städtchen etwas kennenzulernen. Und Banos ist wie auch Montanita ein Partystädtchen. Die ganzen Strassen waren voll. Trotz, dass wir wirklich fertig waren, von der ganzen Tour und dem Wandern, haben wir auch noch bis ca. 2 Uhr durchgetanzt und haben sogar unsere Klassenkameraden getroffen.

Am nächsten Tag hatten wir Glück. Die Sonne schien und Banos bei Sonnenschein ist wirklich schön. Es liegt in einem kleinen Tal und ist umringt von Bergen und Vulkanen. Wir sind dann einen Berg hochgefahren von dem aus man den Tunguraha (oder wie auch immer) sehen konnte. Den Vulkan, der noch im Mai gebrodelt hat. Da um die Spitze eine dicke Wolkenschicht war,konnte man nicht viel sehen und er sah eigentlich aus wie ein normaler Berg. Abends wollten wir ein paar Bier besorgen. Aber in Ecuador gibt es das Gesetz, dass ab 12 Uhr nachts und Sonntags kein Alkohol verkauft werden darf. Somit sassen wir noch lange mit den anderen aus dem Hostal um unser Lagerfeuer herum. Montag früh haben wir uns auf die Räder geschwungen und haben endlich die Fahrradtour gemacht, die ich schon mit Judith machen wollte. Die Tour ist wirklich super schön. Man fährst die ganze Zeit an einem Fluss entlang durch eine Schlucht und an Wasserfällen vorbei. Der Höhepunkt ist dann der "el diablo" oder so.Ein riesen Wasserfall, bei dem man auch dahinterkraxeln kann. Man wird wirklich nass, aber es lohnt sich!!!

Wir sind noch eine Weile weitergefahren bis zu einem kleinen Teich. Ich weiss nicht wie ich es anders ausdrücken soll. Man konnte auf jeden Fall drin schwimmen, aber es war schweinekalt. Leider fing es dann an zu regnen und wir haben uns einen Pickup angehalten und sind wieder nach Hause gefahren. Dort wartete auch schon TJ auf uns, ein Koch von den Virgin Islands, glaube ich, der ein BBQ vorbereitet hatte. Wir haben dann noch unseren Deutschen Beitrag, einen Nudelsalat beigesteuert. Um 10 Uhr ging dann auch schon mein Bus nach Salinas und nach 9 Stunden Fahrt, dreimal umsteigen und Polizeikontrolle kam ich auch am nächsten morgen zu Hause an. Jetzt werd ich schnell packen und dann gehts ab nach Galapagos.

Fotos folgen, da die Andrea hat...

 Drück euch alle

Besitos

 

Kommentar schreiben

Mittwoch, 22.09.2010 4. Woche als Studentin

Ich habe nun einen offiziellen ecuadorianischen Pass!! War gar nicht so einfach. Nachdem uns in Guayaquil gesagt wurde, dass wir eine Art Mietvertrag bräuchten, die bescheinigt, dass wir auch hier wohnen, sind wir also zu unserer Vermieterin gegangen. Mit ihr mussten wir erstmal zum Notar gehen, 20 Dollar zahlen und haben nach ein paar Tagen eine Mappe zurückbekommen die angeblich bestätigte, dass wir das Haus mieten. Damit dann also wieder zurück nach Guayaquil (ca. 2 Std. Fahrt). Dort ging aber alles recht schnell: 4 Dollar zahlen, Foto machen, unterschreiben und schon hatten wir unsern Pass. Damit können wir nun für den halben Preis nach Galapagos fliegen und müssen nur ein paar Dollar statt 100 Eintritt zahlen. Da wir Anfang November wahrscheinlich ein paar Tage frei haben, wollte ich dafür mal nach einem Flug schauen.

Im letzten Blogeintrag hatte ich doch eins der "Attraktionen" Salinas, die Chocolatera, aufgezählt. Was mag das wohl sein? Ich bin davon ausgegangen, dass es eine Art Schokomuseum ist und habe dort nach Schokolade gesucht. Es ist einfach nur ein Aussichtspunkt oder der westlichste Punkt Ecuadors oder so. Niemand konnte mir sagen, warum das Ding Chocolatera heisst.So werden hier die Touristen verarscht.

Mit unserer alten Vermieterin haben wir auch immer noch Stress. Andrea und ich hatten ja schon jeder 150 Dollar an die Mutter, bei der wir wohnen sollten gezahlt und haben im endeffekt nur 3 Tage dort geschlafen.natürlich will die alte uns das Geld nicht zurückzahlen, weil sie das Geld schon investiert hat. Ja, sie hat schön eine neue Küche von unserem Geld gekauft!!!

Gestern waren wir beim Anwalt, der uns eine Einladung für sie mitgegeben hat. Sie sollte heute morgen um 10 zum Anwalt kommen. Natürlich kam sie nicht.  Jetzt schreibt er nochmal eine neue Einladung...mal schauen ob das was bringt. Ich befürchte, dass das Geld einfach weg ist. Aber aus Fehlern lernt man ja.

Diese Woche haben unsere Kommilitonen Klausuren, wir zum Glück nicht! Daher haben wir nur heute 3 Stunden Guianza Kurs und sonst frei!!! Nächste Woche haben wir eine Woche frei, bevor dann sozusagen das neue Semester beginnt. Daher werden wir morgen erstmal losziehen und Ecuador erkunden. Am Freitag ist das Mama Negra Fest in Latacunga (bitte googlen oder auf meinen nächsten Bericht warten, ich weiss auch nicht genau was es ist), von da aus wollen wir nochmal nach Banos, in der Hoffnung, dass diesmal gutes Wetter ist und wir die Fahrradtour nach Puyo machen können. Nächste Woche Mittwoch wollen wir die Andenbahn von Riobamba aus nehmen und zur Teufelsnase fahren, Abschluss ist dann in Cuenca. Aber ob das so alles klappt.....werd mich auf jedenfall erstmal nicht melden können, bin aber über Handy erreichbar. 

Wo ist die Schoki?Vielleicht konnte man die Steine ja doch essen?

Kommentar schreiben

Montag, 13.09.2010 Salinas die 2.

Die zweite Uni-Woche ist vobei - wahnsinn wie die Zeit vergeht. Dabei ist eigentlich nicht viel passiert. Von Dienstag bis Freitag waren wir in der Uni und danach auch immer relativ fertig, dass wir nichts mehr gemacht haben. Und ehrlich gesagt war ich auch froh, dass das Haus mal leer war und ich abends einfach ins Bett fallen konnte und mir ein paar Filme anschauen konnte.

Das Wochenende war dann auch sehr ruhig. Isa und Andrea sind bei einem Ausflug von der Uni mitgefahren. Aber wie gesagt, fand ich die Ruhe mal ganz gut und bin zu Hause geblieben. Leider wurde das dann doch ein wenig langweilig. Da ich den kompletten letzten Monat ständig Leute um mich herum hatte und unterwegs war, konnte ich die Ruhe gar nicht mehr richtig geniessen. Außerdem ist hier in Salinas wirklich nichts los. Es ist Nebensaison und die meisten Häuser stehen leer. Außer einer Chocolatera, einem Strand und ein paar Bars gibts nichts. Das Wetter momentan lädt nicht besonders dazu ein sich an den Strand zu legen. Momentan sitze ich zb mit Mütze und Schal auf der Terasse. Tagsüber ist es relativ warm, aber immer bewölkt.

Samstag abend haben wir dann aber doch mal das Nachtleben erkundet und sind in die Bar von Belen und Santi, bei denen wohnt Tilo. Natürlich mussten wir dort auch gleich unser studiertes Fachwissen eines Freizeitwissenschaftlers anwenden und haben gleich geplant, wie man die Bar besser vermarkten könnte. Da die nämlich nicht direkt auf der Hauptstrasse ist, läuft sie nicht besonders gut. Wir werden sehen, was uns da noch einfällt. Momentan wollen die beiden die Bar für 5.000 USD verkaufen. Vielleicht bleib ich ja doch hier, kauf die Bar und werd reich ;)

Nun im Anschluss noch ein paar neue Fotos von unserem Haus und unserer Arbei als Archäologen.

Casa LibreEsszimmer oder EingangsbereichDie KücheSieben mit MeerblickSchatzsuche

Und mal ein Musikbeispiel, womit man sich hier ständig und wirklich überall rumschlagen muss. Und dieses Lied gehört noch zu den besseren!!

 

Kommentare (1)

Mittwoch, 08.09.2010 Salinas

Hallo,

die erste Uniwoche ist nun vorüber. Anders als angekündigt hat die Uni direkt letzte Woche Mittwoch angefangen. Unsere Kommilitonen haben am ersten Tag alle feierlich eine Urkunde für irgendwas bekommen. Dabei mussten wir natürlich auch alle auf die Bühne kommen und haben ein Paket mit einer UPSE Tasse, T-Shirt und Schreibblock bekommen und dürften dem Direktor die Hand schütteln. Direkt im Anschluss war der erste Unterricht: Guianza, also Reiseleitung. Unsere Kommilitonen sind alle recht jung, aber das kenn ich ja aus Bremen auch schon, viele Mädels und wir waren natürlich die Attraktion des Tages. Aber es scheinen alle recht nett zu sein. Den Stoff verstehe ich auch einigermaßen, da wir etwas ähnliches bereits in Bremen durchgenommen hatten.

Am Donnerstag hatten wir dann den anderen Kurs (wir haben nur 2!!): Archäologie. Wir mussten zuerst ein paar Keramikscherben den jeweiligen Epochen zuordnen-hat natürlich super geklappt ;)

Danach haben wir unser eigenes Loch zum Buddeln bekommen. Auf dem Campus sind ein paar Ausgrabungsstätten. Wir mussten also das „Loch“ säubern, abmessen und alles genau aufschreiben. Die Kommilitonen von dem Kurs sind super, alle etwas älter und super hilfsbereit. Auch wenn ich mit Geschichte und Archäologie eigentlich nicht so viel anfangen kann, macht der Kurs doch echt Spaß. Wir fühlen uns ein wenig wie Kinder im Sandkasten und machen uns ordentlich dreckig.

 

Nun zu unserer Wohnsituation: In unserem ersten Haus haben wir uns wirklich unwohl gefühlt. Wir haben bei Norma und ihrer Tochter Denisse gewohnt, hatten nur ein kleines Zimmer für uns 3, kein warmes Wasser zum duschen und alles war ziemlich dreckig. Als wir Mittwoch nun alle drei in Salinas waren, haben wir uns auf die Suche nach etwas Neuem gemacht und zum Glück auch direkt etwas gefunden. Gleich am nächsten Abend konnten wir schon einziehen. Nun wohnen wir in einem ruhigen Viertel von Salinas, etwa 3 Blöcke vom Strand entfernt in einem kleinen Haus. Naja, so klein ists auch wieder nicht. Jeder von uns hat ein eigenes relativ großes Zimmer, wir haben 2 Bäder, eine Küche, ein Esszimmer, eine große Terasse mit Hängematte und sogar ein Gästezimmer – also kommt vorbei, wenn ihr wollt (und genug Geld habt). Klar kann man das Haus nicht mit deutschen Standarts vergleichen, aber wir fühlen uns wohl und können machen und tun was wir wollen. Gleich am ersten Wochenende kamen ein paar Leute aus Guayaquil vorbei und wir haben erstmal schön gegrillt.

 

Seit heute haben wir auch Internet, allerdings nur einen Stick, der auf 1GB begrenzt ist. D.h. ich kann meine Emails checken, aber fürs skypen mit Video wird’s wohl erstmal nicht reichen…aber a ver (mal sehen)…

 

Und ich habe eine neue Handynummer: +593 98803947 damit kann ich nun auch sms nach Deutschland schicken und welche empfangen.

Home Sweet Home - unsere TerrasseMein ZimmerArchäologiekurs - unser Theodolito

Kommentare (2)

Mittwoch, 01.09.2010 only pics of Isla de la Plata

Puerto Lopezon the boatIsla de la PlataBlaufußtölpelirgendwelche Vögel mit rotem SackWal

Kommentar schreiben

Freitag, 27.08.2010 Puerto Lopez - Montanita - Salinas - Canoa

Entschuldigung, dass ich so lang nichts mehr geschrieben habe. Wir haben viele Leute kennengelernt und waren viel unterwegs, wo es kein Internet gab.

Zunächst ist Andrea am Freitag auch in Canoa angekommen, dort haben wir noch ein wenig gechillt bzw. Judy hat sich getraut vom Berg zu springen: Paragliding. Dafür bin ich aber dann doch zu schissig. 

Sonntag sind wir dann weiter nach Puerto Lopez gefahren. Dafür mussten wir erstmal mit dem Bus 20 Minuten nach San Vicente, von da aus mit dem Boot 10 Minuten nach Bahia, mit dem Bus weiter etwa 3 Stunden nach Jipijapa und noch eine Stunde bis Puerto Lopez. Es ist ein kleines Fischerdörfchen, aber seehr touristisch. Wir haben dort eine Bootstour zur Isla de la Plata gemacht. Sie wird auch Galapagos fuer Arme genannt. So wars dann auch. Die Bootstour war super. Wir sind ca. eine Stunde gefahren und auf dem Weg haben wir einige Wale gesehen-wahnsinn! Die Insel selbst war etwas langweilig, ganz viele Voegel, und nochmal Voegel..und oh ja noch mehr Voegel...aber nagut, es war auf jeden Fall ganz nett.

Am naechsten Tag gings dann nach Montanita. Das als Hippiedorf bekannte Nestchen ist zu einer Partyhochburg geworden. Es wird ueberall gebaut und alles dreht sich um Party, Surfen und Drogen. Wir haben dort Carol getroffen. Ein Kommilitone der in Puyo sein Praktikum macht. Er hatte am Mittwoch Geburtstag und wir haben dann abends schoen mit ihm in seinen Geburtstag reingefeiert.

Mittwoch haben wir Esteban, den wir in Canoa kennengelernt haben, wiedergetroffen. Er wollte Donnerstag nach Canoa zurueckfahren, mit dem Auto, und dann am Sonntag nach Quito. Da das Wetter eh schlecht war und Judith auch nach Quito musste, haben wir beschlossen, dass Judith mit Esteban mit faehrt und Andrea und ich erstmal Salinas auschecken, wo wir wohnen etc. und dann nach Canoa nachkommen. Also ging es fuer Andrea und mich am Donnerstag nach Salinas.

Die Uni sieht echt schick aus. Alles in weiss und viele niedrige Gebaude. Efren unser Koordinator hat uns gleich nach Salinas zu Denisse geschickt, bei der sollten wir wohnen. Wir kamen also dort an, mit der Hoffnung, dass wir ein Haus fuer uns haben und eigentlich auch jeder ein Zimmer fuer sich. Aber alles kam anders als gedacht. Norma, unsere Gastmutter und Denisse, ihre Tochter plapperten uns auf Spanisch voll, so dass wir kaum etwas verstanden und etwas ueberfordert waren. Sie zeigten uns unser Zimmer: ein kleines Zimmer mit 4 Betten!!! Hinzu kommt, dass die Kissen verschimmelt waren, man das Fenster nicht schliessen kann und es nur kaltes Wasser gibt. Norma musste recht bald nach Guayaquil reisen, ihr Mann wohnt da. Und sie wollte sofort die Miete von uns im Vorraus fuer 2 Monate (300 Dollar) haben. Wir haben ihr zum Glueck erstmal "nur" Miete fuer einen Monat gegeben,denn da wollen wir so schnell wie moeglich raus. Zum Glueck ist momentan Nebensaison und viele Hauser stehen leer. Wir haben auch schon eine Frau kennengelernt, die 2 Wohnungen zu vermieten hat. Wir wollen nun erstmal abwarten bis Tilo und Isa auch da sind und dann so schnell wie moeglich raus da...

Der Ort Salinas ist uebrigens eigentlich ganz nett. Es ist ein wenig wie Miami Beach, also sehr bonzig. Fette Hotels direkt am Strand und Bananaboatverleih und all so Sachen, aber wenn man direkt hinter die Hotels in die Seitenstrassen geht siehts wieder aus wie im ùebrigen Ecuador. Kleine Hauser, etwas Armut...

In Salinas haben wir ein Paerchen kennengelernt: Oswaldo, aus Galapagos und Tina, aus Berlin. Super suess die beiden. Mit denen sind wir Freitag nochmal nach Montanita, um da ein wenig auszugehen und Samstag sind wir dann weiter nach Canoa. Wir wollten ja schliesslich Judy verabschieden. Irgendwie haben wir staendig nur so langsame Busse erwischt, so dass wir 8 beschissene Stunden nach Canoa gebraucht haben. Als wir abends hier ankamen, war Judy nicht im Hotel.....sie war beim Tatowierer. Die Verrueckte hat sich ihr Tattoo erweitern lassen. Aber man muss sagen, der ist echt gut und ich ueberlege schon, ob ich mir auch noch eins machen lasse: als Erinnerung an Ecuador, aber erstmal abwarten, ob es eine gute oder schlechte Erinnerung ist.

Judy mussten wir nun leider gestern verabschieden. Das war auch noch eine lange Geschichte, da sie nun doch mit dem Bus nach Quito gefahren ist und nicht mit Esteban....aber wie gesagt, lange Geschichte, ich hoffe einfach, dass sie nun im Flieger sitzt und morgen gut in Deutschland ankommt.

Eigentlich wollten Andrea und ich hier in Canoa noch ein wenig chillen und einfach ausruhen bevor die Uni losgeht, aber leider hat Efren eben angerufen, dass wir Mittwoch in der Uni sein sollen. Daher heisst es morgen frueh wieder: Hasta Pronto Canoa!

Da ich mein Netbook in Salinas gelassen habe, gibt es momentan leider keine Bilder...beim naechstenmal wieder...

Kommentar schreiben

Auf dieser Seite werden lediglich die 10 neuesten Blogeinträge angezeigt. Ältere Einträge können über das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.